Drei Zahlen,die über Geduld entscheiden.
Core Web Vitals klingen nach Technikthema. Tatsächlich messen sie etwas Einfaches: ob eine Seite schnell etwas zeigt, auf Eingaben reagiert und dabei nicht herumspringt.
Core Web Vitals klingen nach Technikthema. Tatsächlich messen sie etwas Einfaches: ob eine Seite schnell etwas zeigt, auf Eingaben reagiert und dabei nicht herumspringt.
7 Minuten Lesezeit April 2026 Von Gregor Siewert
Technik
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Drei Dinge, die jeder Nutzer spürt, ohne sie benennen zu können: Wartezeit, Trägheit und Unruhe.
Die Zeit, bis das größte sichtbare Element geladen ist. Meist das Hero-Bild oder die Hauptüberschrift. LCP beantwortet die Frage: Wann sehe ich, worum es geht?
Ziel: unter 2,5 Sekunden bei 75 Prozent der Aufrufe.
Die Zeit zwischen einer Eingabe und der sichtbaren Reaktion. Klick auf ein Menü, Tippen in ein Feld, Öffnen eines Akkordeons. INP hat 2024 den älteren FID-Wert ersetzt und ist deutlich strenger, weil er nicht nur die erste Eingabe misst.
Ziel: unter 200 Millisekunden.
Wie stark der Inhalt beim Laden springt. Jeder kennt es: Man will auf einen Link tippen, ein Banner lädt nach, man landet woanders.
Ziel: unter 0,1.
INP. Ein erheblicher Teil der Seiten im Netz erreicht die Schwelle nicht, und die Ursache ist fast immer dieselbe: zu viel JavaScript.
LCP lässt sich mit Bildkompression und Vorladen relativ leicht verbessern. CLS ist mit festen Bildmaßen und reservierten Flächen meist erledigt. INP dagegen ist ein Strukturproblem: Jedes Skript, das beim Klick mitrechnet, verlängert die Antwortzeit.
Typische Verursacher:
Diese Website führt rund vierzig Zeilen eigenes JavaScript aus und lädt keinen Fremdcode. Das ist keine Askese, sondern die einfachste Methode, INP nicht zum Problem werden zu lassen. Die Belege stehen auf der Startseite.
Nach Wirkung pro Aufwand, nicht nach Interesse:
rel="preload" auf das eine Bild, das den LCP bestimmt.font-display: swap. Spart eine Fremdverbindung und verhindert unsichtbaren Text.Weil es zwei völlig verschiedene Messarten gibt und beide denselben Namen tragen.
Labordaten entstehen bei einem simulierten Aufruf. Sie sind reproduzierbar und gut zum Debuggen, sagen aber nichts über echte Nutzer. Der Wert schwankt je nach Tageszeit und Serverlast.
Felddaten stammen von echten Aufrufen, gesammelt über 28 Tage. Nur diese Werte zählen für die Bewertung. Sie stehen in der Google Search Console unter Core Web Vitals.
Praktisch heißt das: Ein einzelner PageSpeed-Test mit 62 Punkten ist kein Urteil. Erst wenn die Felddaten über Wochen unter der Schwelle liegen, hat man ein belegtes Problem.
Weniger, als viele Anbieter behaupten, und mehr, als viele Betreiber hoffen. Google beschreibt Seitenerfahrung als ein Signal unter vielen, das bei ähnlich relevanten Inhalten den Unterschied macht. Eine schnelle Seite mit schwachem Inhalt überholt keine langsame Seite mit dem besseren Inhalt.
Der eigentliche Effekt liegt anderswo: bei den Menschen. Wer drei Sekunden auf ein Bild wartet, ist schon weg. Diese Abbrüche kosten mehr als jede Rankingnuance.
Core Web Vitals sind kein Selbstzweck. Sie sind die messbare Seite einer einfachen Frage: Wie lange hält jemand aus, bevor er weiterklickt.
LCP unter 2,5 Sekunden, INP unter 200 Millisekunden, CLS unter 0,1. Entscheidend ist, dass 75 Prozent der echten Aufrufe diese Schwellen einhalten, nicht ein einzelner Testlauf.
Fast immer wegen JavaScript, das bei Interaktionen mitrechnet: Tracking, Consent-Banner, Animationsbibliotheken, Slider oder Seitenbaukästen mit Skript pro Block. INP verbessert man durch Weglassen, nicht durch Optimieren.
Ja, aber als ein Signal unter vielen. Bei ähnlich relevanten Inhalten kann es den Unterschied machen. Ein guter Wert ersetzt keinen guten Inhalt. Der größere Effekt sind Nutzer, die bei langsamen Seiten abbrechen.
Weil der Labortest bei jedem Aufruf neu simuliert und von Tageszeit und Serverlast abhängt. Verlässlich sind nur die Felddaten aus echten Aufrufen über 28 Tage, sichtbar in der Google Search Console.
In der Regel die Bilder: modernes Format, richtige Auflösung, Maße im Markup und ein Preload für das Hero-Bild. Danach feste Maße für alles Nachladende und erst dann das Aussortieren von JavaScript.