Relaunch

Zwölf Fragenvor dem ersten Layout.

Die meisten Relaunches scheitern nicht am Design. Sie scheitern daran, dass niemand vorher entschieden hat, was die Seite eigentlich leisten soll.

Relaunch
aura2wei Wissen

Wann lohnt sich ein Website-Relaunch wirklich?

Wenn das Unternehmen weiter ist als die Website. Alles andere sind Symptome.

Ein Relaunch lohnt sich nicht, weil die Seite alt aussieht. Er lohnt sich, wenn zwischen dem, was ein Unternehmen kann, und dem, was digital davon ankommt, eine Lücke steht. Vier Anzeichen, die dafür sprechen:

  • Die Leistungen sind gewachsen, die Struktur nicht. Neue Angebote hängen als Unterseiten an Stellen, die niemand mehr findet.
  • Interne Logik statt Nutzerlogik. Die Navigation spiegelt das Organigramm statt die Fragen, mit denen Menschen kommen.
  • Anfragen bleiben hinter dem Potenzial. Nicht null Anfragen, sondern deutlich weniger als das, was die Marktposition hergibt.
  • Niemand schickt den Link gern. Das ist ein weicher, aber sehr verlässlicher Indikator.
Kein Grund für einen Relaunch

Ein Wettbewerber hat eine neue Seite. Eine Agentur hat sich gemeldet. Ein Trend ist gerade aktuell. Das sind Auslöser, keine Begründungen.

Welche zwölf Fragen sollten vor dem ersten Entwurf geklärt sein?

Wir beantworten diese Fragen in einem Workshop, bevor jemand ein Layout öffnet. Sie sind unbequem, und genau deshalb wirksam.

Zur Position

  1. Was macht ihr, in einem Satz, den ein Fremder versteht?
  2. Für wen genau, und für wen ausdrücklich nicht?
  3. Warum ihr und nicht die drei Wettbewerber, die dasselbe behaupten?

Zu den Menschen

  1. Wer kommt auf die Seite, und mit welcher Aufgabe im Kopf?
  2. Was muss diese Person in fünf Sekunden verstehen?
  3. Was ist der nächste Schritt, den sie tun soll?

Zu den Inhalten

  1. Welche Inhalte gibt es wirklich, und welche behauptet nur die Sitemap?
  2. Wer schreibt die fehlenden Texte, bis wann, mit welchem Budget?
  3. Welche Bilder existieren, und welche müssen entstehen?

Zum Betrieb

  1. Wer pflegt die Seite nach dem Launch, mit wie viel Zeit pro Monat?
  2. Woran messen wir in sechs Monaten, ob es funktioniert hat?
  3. Was darf auf keinen Fall verloren gehen: Rankings, URLs, Inhalte, Zugänge?

Frage neun und zehn werden am häufigsten übersprungen und verursachen die meisten Verzögerungen.

Warum verzögern sich Relaunches fast immer bei den Inhalten?

Weil Design in Wochen entsteht und Texte in Monaten. Wer beides gleichzeitig startet, wartet am Ende auf die Texte.

Das ist kein Organisationsproblem, sondern ein Reihenfolgeproblem. Inhalte gehören an den Anfang, nicht ans Ende. Praktisch bedeutet das:

  • Inhaltsinventar vor Struktur. Erst aufschreiben, was existiert, dann entscheiden, was bleibt.
  • Rohtexte vor Layout. Ein Entwurf mit Platzhaltertext zeigt nichts über Lesbarkeit oder Länge.
  • Ein Verantwortlicher pro Seite. Nicht ein Gremium für alle Seiten.
  • Fester Redaktionsschluss. Ohne Datum wird der Text nie fertig.

Was muss bei einem Relaunch technisch gesichert werden?

Alle bestehenden Adressen. Eine Seite, die vorher rankte und danach einen Fehler liefert, kostet Sichtbarkeit, die Monate braucht, um zurückzukommen.

Die Punkte, an denen wir vor jedem Livegang abhaken:

  • Weiterleitungsplan. Jede alte Adresse zeigt per 301 auf ihr neues Gegenstück. Nicht pauschal auf die Startseite.
  • Rankende Seiten bekannt. Vor dem Umbau exportieren, welche Seiten Zugriffe bringen.
  • Titel und Beschreibungen übertragen. Nicht neu erfinden, wo sie funktioniert haben.
  • Sitemap und robots.txt aktualisiert, Testumgebung wieder gesperrt.
  • Strukturierte Daten übernommen und erweitert.
  • Backup der alten Seite, vollständig, nicht nur die Datenbank.

Was kostet ein Website-Relaunch?

Seriös lässt sich das erst nach den zwölf Fragen sagen, weil der Aufwand von Umfang und Zustand abhängt. Was den Preis tatsächlich treibt:

  • Zahl der eigenständigen Seitentypen, nicht die Zahl der Seiten. Zwanzig Leistungsseiten nach einem Muster sind günstiger als fünf Seiten mit fünf Layouts.
  • Zustand der Inhalte. Vorhandene, brauchbare Texte sparen mehr als jede Technikentscheidung.
  • Anbindungen. Formulare, Mitgliederverwaltung, Warenwirtschaft, Buchungen.
  • Redaktionsrollen. Eine Person oder zwölf Abteilungen mit Freigabewegen.

Was den Preis nicht sinnvoll senkt: an der Struktur sparen. Ein günstiges Layout auf einer schlechten Struktur ist zweimal Geld für dasselbe Problem.

Was passiert nach dem Livegang?

Der Launch ist der Anfang der Arbeit, nicht ihr Ende. Websites sterben selten am Launchtag, sondern im dritten Jahr, wenn niemand mehr zuständig ist.

Was in den ersten Wochen zählt: Weiterleitungen prüfen, Suchkonsole beobachten, echte Nutzung ansehen statt Vermutungen. Was danach zählt: ein festes, kleines Zeitfenster pro Monat für Inhalte, statt einmal im Jahr eine große Aktion.


Ein Relaunch ist keine Designfrage. Er ist eine Entscheidung darüber, was ein Unternehmen digital behaupten will und wer dafür zuständig bleibt.

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Kurz beantwortet

Die Fragendahinter.

Wie lange dauert ein Website-Relaunch?

Bei einem mittelständischen Unternehmen mit klaren Zuständigkeiten liegt der Rahmen üblicherweise zwischen acht und sechzehn Wochen. Der größte Einflussfaktor ist nicht die Technik, sondern wie schnell Inhalte und Entscheidungen kommen.

Kann man eine Website in zwei Wochen relaunchen?

Technisch ja, sinnvoll selten. Wenn niemand vorher geklärt hat, was sich inhaltlich ändert, wird die Seite nur schneller falsch. Zwei Wochen reichen für ein neues Aussehen, nicht für eine neue Struktur.

Was ist der häufigste Fehler bei einem Relaunch?

Mit dem Design anzufangen. Der zweithäufigste ist, den Weiterleitungsplan zu vergessen und dadurch bestehende Sichtbarkeit zu verlieren. Beide Fehler sind vermeidbar und beide passieren regelmäßig.

Müssen alle Inhalte übernommen werden?

Nein, und meistens sollten sie es nicht. Ein Relaunch ist die Gelegenheit, Seiten zu löschen, die niemand aufruft. Wichtig ist nur, dass jede gelöschte Adresse per Weiterleitung auf ein sinnvolles Ziel zeigt.

Brauchen wir vorher eine Agentur oder erst ein Konzept?

Das Konzept ist Teil der Arbeit, nicht ihre Voraussetzung. Es reicht, wenn klar ist, was sich digital falsch anfühlt. Die zwölf Fragen beantworten wir gemeinsam, nicht als Hausaufgabe vorab.

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Wo klemmt es bei euch wirklich?

Schritt 1 von 3 · Die Seite

Zwei Angaben genügen für den Anfang. Alles Weitere sehe ich mir selbst an.

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